„So long, and and thanks for all the fish!“

Transatlantische Romantik – Schlussszene


Man geht davon aus, dass Delfine sehr intelligent sind, zuweilen wird sogar die Meinung vertreten, dass sie dem Menschen geistig überlegen sind. Meint zumindest der Autor Douglas Adams, dessen Ironie mich stets wohltuend durch den täglichen Irrsinn der Welt begleitet hat. Denn die Wahrheit kann schon furchteinflößend sein für uns Normalsterbliche, die wir alle als Anhalter durchs dunkle, endlose All geistern. Schließlich beginnt Adams‘ galaktische Fortsetzungsgeschichte damit, dass als Allererstes die Erde in die Luft gesprengt wird. Da hatten sich die klugen, sensiblen Delfine bereits vornehm zurückgezogen. Denen war die Menschheit einfach zu blöde, zu gefährlich, überhaupt zu undankbar. Ein Science-Fiction-Armageddon, lustig, geistreich – und dennoch aus der realen Angst geboren. Darum noch schnell eine Dankesadresse an die Überreste des intelligenten Lebens aus dem untergegangenen Amerika, insbesondere an Franklin D. Roosevelt!

mehr …

Habeck reloaded

Bildquelle WikimediaCommons


Ja, man kann durchaus mal behaupten, dass „links-grün-versiffte“ Politik viel dazu beigetragen hat, die Welt gerechter und menschlicher zu machen. Errungenschaften wie der Achtstundentag, das Recht auf Mitbestimmung, soziale Sicherungssysteme, bessere Arbeitsbedingungen und die Gleichberechtigung sind nicht vom Himmel gefallen, sondern wurden über Generationen hinweg erkämpft. Unsere linken Vorfahren haben sich regelrecht dafür einknasten und erschießen lassen. Die Idee, dass jeder Mensch, unabhängig von Herkunft und Vermögen, Würde, Rechte und Chancen verdient, ist ein zentraler Bestandteil linker Politik. Sie hat immer wieder daran erinnert, dass Fortschritt nicht allein daran gemessen werden darf, wie viel Reichtum entsteht, sondern auch daran, wie gerecht er verteilt wird und wie gut wir miteinander leben. Viele der Dinge, die wir heute als selbstverständlich betrachten, waren einst linke Forderungen, für die Menschen Mut, Solidarität und Ausdauer aufgebracht haben. Für das nächste Mal, dass mich jemand mit irritiertem Lächeln als dümmlichen Sozialromantiker einstuft, sollte ich meinen eigenen Text auswendig lernen ;-)

mehr …

Und – was machen wir jetzt?

Foto: AdobeStock


Das Klappern und Plappern gehört schon immer zum Handwerk. Dann hieß es, man solle seine Internetpräsenz aufpolieren, durch fleißiges Bloggen. Nebenher bloggende Grafik-Designer*innen versicherten sich auf Fachtagungen gegenseitig über ihre Bemühungen, ihre Fachkompetenz in Wort und Bild transparent für die Welt anzupreisen. Man sollte halt irgendwas Redaktionelles zaubern, damit Google denkt, dass der Laden läuft. Ganz ehrlich, ich kenne keinen, dem dadurch nur ein einziger Job zuteil wurde. Letztlich geht man mal wieder dem Jargon und den Parolen der eigenen Branche auf den Leim – mehr als Autosuggestion kommt da nicht bei rum. Oder etwa doch?

mehr …

„Die Ursache liegt in der Zukunft“

Joseph Beuys – Das Ende des 20. Jahrhunderts¹


„Die Ursache liegt in der Zukunft“ ist eines der seltsamen Zitate unseres berühmtesten Schamanen, Joseph Beuys. Sein Kalenderspruch ist dennoch ein witziger, wenn auch etwas umständlicher Hinweis darauf, dass Visionen unbedingt die Frage einschließen sollten, wohin sie führen – materiell wie spirituell und generationsübergreifend. Und dass, so ist zumindest meine Ausdeutung, die Zukunft dann zeigen wird, was Kulturschaffende angetrieben hat in ihrem Reflex auf eine subjektiv empfundene Gegenwart. Denn zuweilen wissen sie es wohl selbst nicht und reden sich in der Erklärung des eigenen Werks um Kopf und Kragen. (siehe Beuys von A bis Z)

mehr …

KI-Agenten im Anmarsch

Foto: AdobeStock, Composing HHE


Derzeit rollt eine neue KI-Welle über die Websites deutscher Unternehmen. Meine Skepsis gegenüber SEO-Unternehmen – oder besser: meine Genervtheit – hatte sich zwar im Laufe der Jahre gelegt, unser europäischer Datenschutz hat schließlich dafür gesorgt, dass beispielsweise Tracking nicht mehr ohne Zustimmung möglich ist (wer stimmt dem schon freiwillig zu?) und das Controlling mittels imposanter Google-Analytics-Charts aus der Mode gekommen ist. Jetzt aber beginnt das alte Spielchen von vorne und man kann der Kundschaft erneut Angst einjagen, indem man behauptet, ihre Internetpräsenz sei angeblich nicht für KI-Tools zugänglich.

mehr …

Europa, Stier und Sterne

Foto: AdobeStock


Das evangelikale Bibeldesaster meines letzten Beitrags soll mich nicht weiter kratzen. Schnell finde ich Trost in der europäischen Mythologie und applaudiere der neu verlobten Jungfer Europa – jener ehemals von Zeus gestalkten phönizischen Prinzessin. Und, aktuell in Raum und Zeit, passt auch der Stier als Sternzeichen ganz gut. Hier also meine mythologische Lieblingsfigur Nummer vier: die betörende Königstochter Europa.¹

mehr …

Der Astronaut und der liebe Gott

„And the earth was without form and void.“ (Genesis 1:1-2)


Wer war der erste Mensch auf dem Mond? Na gut, das wissen die meisten, auch wenn man den Vornamen mitunter verwechselt. Egal, letztlich zielt die Fragestellung auch eher darauf ab, dass man Zweitplatzierte in der Öffentlichkeit nicht mehr wertschätzt und deswegen wollen alle nur Erster sein. Bei der Mondlandung ist immerhin Buzz Aldrin als Zweiter noch populär, aber alle, die danach auf den Mond geschossen wurden, fanden in den Wohnzimmern der Welt keine große Beachtung mehr. Oder weiß jemand spontan, wie viele Apollo-Missionen es überhaupt gab? Die NASA war da auch etwas enttäuscht und stieg deshalb aus der Mondfahrerei früher aus, als geplant.

mehr …

„A republic, if you can keep it.“

Bildquelle US National Archives


Es gibt so Sätze, die im Kopf rotieren, gerade in letzter Zeit, in der man fast glauben mag, sich an Zerstörung und Dekadenz gewöhnen zu müssen. Das berühmte Zitat oben wurde das erste Mal wieder in der Presse aufgewärmt, als Trump seine Wiederwahl versemmelte und seinen Mob Richtung Capitol schickte. Da traute man seinen Augen nicht, wie schnell das geht. Good things happen slowly, bad things happen fast.¹

mehr …

American Wolves Inc.

Foto: AdobeStock¹


„Ich bin ein Wolf und werde stets
Auch heulen mit den Wölfen –
Ja, zählt auf mich und helft euch selbst,
Dann wird auch Gott euch helfen!"
²



Man hat in deutschen Landen eine sehr anspruchsvolle Tradition, was Märchen angeht, und erkennt darum einen Wolf an der Tür auch zuverlässig, wenn er Kreide gefressen hat und mit gütigem Blick dann auf der Schwelle steht. Es lohnt sich also, bei Marco Rubios Rede mal nur auf den Text zu achten, dann dürfte es eigentlich nicht passiert sein, dass man in Standing Ovations ausbricht, wenn einer von Stärke und Ausgrenzung predigt und von den Werten räsoniert, die Nationen seit Jahrhunderten verbinden, nur um abschließend zum Ergebnis zu kommen, dass diese Werte nichts mehr wert sind. Das alte Good Cop, Bad Cop Spielchen, mit der leicht durchschaubaren Zielsetzung, das ahnungslose Opfer in seine Gewalt zu bekommen.

mehr …

ψυχή – out of the box

J. W. Waterhouse – Psyche opening the golden box


Die schöne Psyche ist eine der geheimnisvollsten Figuren der griechischen Mythologie. In meinem Ranking steht sie an dritter Stelle, nach Ikarus und Circe. In den Erzählungen wird Psyche als betörendes Menschenkind beschrieben, das den Zorn der eifersüchtigen Venus auf sich zieht, als sich deren Sohn Amor in Psyche verliebt. Die Göttin stellt Psyche daraufhin einige heimtückische Prüfungen, und ihre Heldinnenreise könnte für die Irrfahrten der Seele stehen. Heute ist die „Psyche“ der zentrale Begriff für die Gesamtheit des Fühlens, Denkens und Erlebens eines Menschen. Es ist eigentlich ganz schön, wenn man sich dabei diese mythologische Figur als Kämpferin für die Reifung der eigenen Seele vorstellt – allem Übel des „wütenden Geschicks“ trotzend.

mehr …