Kleiner Neujahrszauber

Alles auf Anfang! Das Thema Symbolismus von gestern macht ja nicht wirklich euphorisch. Zum Glück gehören zum magische Dreieck des Jugendstils noch das blumige Ornament und Liebe zur Natur. Also raus in Licht, Luft und Sonne! Dieser erste Januar ist ideal, um eine gemütvolle Weihnachtsmelancholie aufzulösen. Und die Lebensgeister tanzen wieder durch den Park.

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Gruppenbild mit i-Dötzchen

Kleine sentimentale Pause – heute vor 50 Jahren hatte ich meinen ersten Schultag. Wenn man sich rückblickend der einschneidenden Lebensveränderung gewahr wird, ist das im Grunde so eine Art zweiter Geburtstag, aber wer hat sich dieses Datum jemals wirklich eingeprägt?

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Wiki-Battle: Vater vs Sohn

Foto: AdobeStock

Quizduelle sind zwar die Zerstreupest dieser Tage, Wiki-Battle ist als Spielidee allerdings ganz witzig: den Links in Wikipedia folgen, um zwei unzusammenhängende Einträge miteinander zu verbinden. Also nicht gerade „München“ und „Oktoberfest“, da stünde der zielführende Link bereits auf der Ausgangsseite, sondern beispielsweise „Augustinerbräu“ und „Frank Zappa“. Immer nur den internen Links folgen, bis der erste von zwei Spielern (oder mehr) beim Zieleintrag ankommt. Das schöne daran, sonst wär's nicht der Rede wert, es hat was generationengerechtes, weil ein alter Kopf auch mal sein Potenzial nutzen darf, um gegen den Online-Skill der Däumlinge einen Punkt zu machen.

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alphabet – Film von Erwin Wagenhofer

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„Nach WE FEED THE WORLD und LET'S MAKE MONEY ist ALPHABET der abschließende Teil einer Trilogie, der die Themen der beiden vorherigen Filme nochmals aufgreift und wie in einem Brennglas bündelt.“ (Zitat alphabet-film.com)

Ein lakonischer Film mit folgender Kernthese: Menschen verlieren mit fortschreitender Schulbildung immer weiter ihre angeborene Genialität im Sinne der Denkflexibilität, Fantasie und Vielfalt. Das Nur-eine-Lösung-ist-richtig-Dogma globaler Bildungssysteme führen Wagenhofer und seine Referenten auf ein volkswirtschaftliches Kalkül zurück, dass natürliche Begabungen nach ökonomischen Bedürfnissen zurechtstutzt und damit in Kindheit und Jugend systematisch vernichtet. – Den trüben Verdacht haben wahrscheinlich viele, die seit dem PISA-Schock für ihre Schutzbefohlenen verzweifelt nach Fluchtwegen suchen, als wäre Bildung eine Pandemie.

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Der gestirnte Himmel über mir

Der mitternächtliche Silvesterhimmel über München zeigt sich humorlos trübe und zugenebelt, ein Großteil der Raketen verzischt grußlos im Dunst. Egal, wenn die Natur sich nicht real zeigen will, dann eben virtuell per „SkyGuide“ durch die Galaxis: Stimmungsvolles für den Jahreswechsel! Wer sich für den Sternenhimmel interessiert, sollte sich diese, aktuell ins Deutsche übersetzte App gönnen. Ein unverbauter Blick ins Universum: Himmelskörper und Sternbilder, mit und ohne Mythologie, ein astronomisches Lexikon mit interaktiven Orientierungshilfen, Zeitangaben, gute Grafik und dezentes Sounddesign. Wirklich subtil umgesetzt, einfach wunderschön gemacht.

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Heimat – die Letzte

Edgar Reitz' Heimatepos begleitet mich durchs gesamte Grafikerdasein schon seit der Studentenzeit. „Die andere Heimat" ist mir allerdings auf den ersten Blick fremd, denn obwohl anlässlich der Biennale mit stehenden Ovationen gefeiert, kann ich den kollektiven Jubel nicht ganz nachvollziehen. Und das schlicht deswegen, weil die ersten beiden Zyklen so sehr viel besser waren. Bis dato hatte Reitz für mein Gefühl den epischen deutschen Film klar dominiert, mit „Heimat 3“ vielleicht aber die Konkurrenz nicht mehr so richtig wahrgenommen. – Knapp vier Stunden Kino muss man schon begründen können. Mein letzter Film von dieser Ausdehnung war Lawrence von Arabien. Schlecht zu vergleichen.

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(white)Album

Wer vom weißen Album erzählt oder hört, der meint meist wohl die legendäre Doppel-LP der Beatles. Kultursinnige Menschen wissen natürlich, dass ein Album seiner Farbe wegen so heißt und ein „weißes Album“ eine Art „weißer Schimmel“ ist. Fraglich auch, ob sich die Fab Four bewusst für die weiße, schmuck- und titellose Hülle entschieden haben, weil ihre unsortierte Liedersammlung nahezu literarisch in das klassisch-romantische Album-Format passt, das ja dafür geschaffen ist, persönliche Eindrücke in loser Folge auf blütenweißem Grund aufzunehmen. Dem sehr gebildeten Produzenten George Martin wäre es auf jeden Fall zuzutrauen.

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Anhang, Coda, Fade-out?

Um es gleich vorweg zu nehmen: ein regulärer Blog mit tagtäglichen Beiträgen wird das hier nicht, denn ich will es mit dem Erklären nicht übertreiben. Selbstverständlich gehört Klappern zum Handwerk und gerade Konzeptionelles sollte auch deutlich kommentiert werden. Aber wir haben es auf allen bisherigen Internetpräsenzen stets so gehalten, dass die sichtbaren Ergebnisse, das Design selbst, ausführlich dokumentiert ist. Einzig und allein das konkrete Arbeitsbeispiel liefert den gültigen Beweis, ob man wirklich den Entwurf beherrscht oder nur den Branchenjargon. Soll heißen, wir meinen das „what you see is what you get“ wirklich ernst.

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