Sabine im Arp Museum
Mit der Heimat ist das so eine Sache – wenn man nach einiger Zeit mal zurückkommt, weiß man gar nicht mehr so richtig, warum man überhaupt weggegangen ist. Und nach ein paar Tagen reist man auch gerne wieder in die sogenannte zweite Heimat zurück. Wer im Rheinland aufgewachsen ist und in Bayern lebt, kann mit dem Alleinanspruch der Bajuwaren auf Landschaftsidylle nicht viel anfangen, denn der Mittelrhein ist per se zauberhaft genug.
Und das findet dann in der Inszenierung der Hochzeit meines Neffen auch seinen Ausdruck. So mitten in den Weinbergen, bei traumhaft schönem Wetter, mit Blick auf den Petersberg oberhalb und aufs Dorf unten, und ganz unten „fließet der Rhein“. Die Tage zuvor wandern Sabine und ich allein im Siebengebirge, bei glühender Hitze, doch stets im waldigen Schatten. Alles hier ist nun mal eine Spur sanfter, lieblicher, melodiöser vielleicht, die Berge sind aus bayrischer Sicht nur Hügel, einfach nur malerisch, wie von Nazarenern gepinselt … Und der Blick aus 300 Metern Höhe reicht mir völlig, vor allem macht er mir keine Angst. Ein paar lichte Wohlfühltage nach düsteren Erfahrungen.
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