Kleiner Neujahrszauber

Alles auf Anfang! Das Thema Symbolismus von gestern macht ja nicht wirklich euphorisch. Zum Glück gehören zum magische Dreieck des Jugendstils noch das blumige Ornament und Liebe zur Natur. Also raus in Licht, Luft und Sonne! Dieser erste Januar ist ideal, um eine gemütvolle Weihnachtsmelancholie aufzulösen. Und die Lebensgeister tanzen wieder durch den Park.

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Misses next match!

Es sind so kleine Sachen, die einen impulshaft aus der Lethargie reißen können. Folgende Situation: WM im Fernsehen, CMR:BRA, 22:26 Uhr MEZ und dann die sonderbare Einblendung: „Der Digitalreceiver schaltet sich in 03:32 Minuten ab, weil in den letzten 4 Stunden keine Aktivität stattfand.“ Wie bitte? Kamerun hat gerade gegen Brasilien ein Tor geschossen, und ich schau doch aufmerksam zu? Mir bleiben knappe drei Minuten zum Nachdenken.

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Gruppenbild mit i-Dötzchen

Kleine sentimentale Pause – heute vor 50 Jahren hatte ich meinen ersten Schultag. Wenn man sich rückblickend der einschneidenden Lebensveränderung gewahr wird, ist das im Grunde so eine Art zweiter Geburtstag, aber wer hat sich dieses Datum jemals wirklich eingeprägt?

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Wiki-Battle: Vater vs Sohn

Quizduelle sind zwar die Zerstreupest dieser Tage, Wiki-Battle ist als Spielidee allerdings ganz witzig: den Links in Wikipedia folgen, um zwei unzusammenhängende Einträge miteinander zu verbinden. Also nicht gerade „München“ und „Oktoberfest“, da stünde der zielführende Link bereits auf der Ausgangsseite, sondern beispielsweise „Augustinerbräu“ und „Frank Zappa“. Immer nur den internen Links folgen, bis der erste von zwei Spielern (oder mehr) beim Zieleintrag ankommt. Das schöne daran, sonst wär's nicht der Rede wert, es hat was generationengerechtes, weil ein alter Kopf auch mal sein Potenzial nutzen darf, um gegen den Online-Skill der Däumlinge einen Punkt zu machen.

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Jolly Joker Blues

Katzenjammer oder Politgeschwurbel – dafür ist immer der Aschermittwoch gut. An solchen Tagen hockt der Joker melancholisch am Rande der Szenerie und fragt sich still, warum eigentlich niemand auf ihn hört. Er beklagt sich tunlichst nicht laut über die mangelnde Anerkennung, denn seine eigene Respektlosigkeit hat ja auch Methode.

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Call to äktschn – net lustig

Als ich noch klein war und im Fernsehen, außer einmal im Jahr Loriot oder Otto, eigentlich nix lustiges kam, gab's dann später noch den Polt und die Schneeberger und das war dann richtig böse und gute Satire. Genauso genial die zwei ersten Kinofilme. Trotz Vorfreude muss ich jetzt aber beim neuesten Streifen „Und Äktschn!“ mit dem Sekundenschlaf kämpfen, zwischendrin auch noch die Toten Hosen aus dem Autoradio. Sonst keine bleibende Erinnerung. Albtraum oder Filmriss?

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Afterwork: Jazz For Friends

Jazz and more – Live in der Pasinger Fabrik. Nebenberuflich haben ja schon viele ihre Parallelwelt in der Musik gesucht und gefunden. Jazz mal nicht ganz so verkopft und mit ein paar Popsongs vermischt, ist das Konzept unserer Band „Jazz For Friends“, mit der wir uns, je nach Lust und Laune, in die Öffentlichkeit trauen. Die letzte Freitagnacht in der Lounge Bar der Cantina ist ein durchaus erwähnenswertes Highlight. Ambiente und Stimmung im Publikum konnten besser nicht sein!

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alphabet – Film von Erwin Wagenhofer

„Nach WE FEED THE WORLD und LET'S MAKE MONEY ist ALPHABET der abschließende Teil einer Trilogie, der die Themen der beiden vorherigen Filme nochmals aufgreift und wie in einem Brennglas bündelt.“ (Zitat alphabet-film.com)

Ein lakonischer Film mit folgender Kernthese: Menschen verlieren mit fortschreitender Schulbildung immer weiter ihre angeborene Genialität im Sinne der Denkflexibilität, Fantasie und Vielfalt. Das Nur-eine-Lösung-ist-richtig-Dogma globaler Bildungssysteme führen Wagenhofer und seine Referenten auf ein volkswirtschaftliches Kalkül zurück, dass natürliche Begabungen nach ökonomischen Bedürfnissen zurechtstutzt und damit in Kindheit und Jugend systematisch vernichtet. – Den trüben Verdacht haben wahrscheinlich viele, die seit dem PISA-Schock für ihre Schutzbefohlenen verzweifelt nach Fluchtwegen suchen, als wäre Bildung eine Pandemie.

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Der gestirnte Himmel über mir

Der mitternächtliche Silvesterhimmel über München zeigt sich humorlos trübe und zugenebelt, ein Großteil der Raketen verzischt grußlos im Dunst. Egal, wenn die Natur sich nicht real zeigen will, dann eben virtuell per „SkyGuide“ durch die Galaxis: Stimmungsvolles für den Jahreswechsel! Wer sich für den Sternenhimmel interessiert, sollte sich diese, aktuell ins Deutsche übersetzte App gönnen. Ein unverbauter Blick ins Universum: Himmelskörper und Sternbilder, mit und ohne Mythologie, ein astronomisches Lexikon mit interaktiven Orientierungshilfen, Zeitangaben, gute Grafik und dezentes Sounddesign. Wirklich subtil umgesetzt, einfach wunderschön gemacht.

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Heimat – die Letzte

Edgar Reitz' Heimatepos begleitet mich durchs gesamte Grafikerdasein schon seit der Studentenzeit. „Die andere Heimat" ist mir allerdings auf den ersten Blick fremd, denn obwohl anlässlich der Biennale mit stehenden Ovationen gefeiert, kann ich den kollektiven Jubel nicht ganz nachvollziehen. Und das schlicht deswegen, weil die ersten beiden Zyklen so sehr viel besser waren. Bis dato hatte Reitz für mein Gefühl den epischen deutschen Film klar dominiert, mit „Heimat 3“ vielleicht aber die Konkurrenz nicht mehr so richtig wahrgenommen. – Knapp vier Stunden Kino muss man schon begründen können. Mein letzter Film von dieser Ausdehnung war Lawrence von Arabien. Schlecht zu vergleichen.

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