Good Morning America!

„Yeah, there's a monster on the loose, It's got our heads into the noose
And it just sits there watchin' …“ Songtext © 1969 Steppenwolf

Mit dem freilaufenden Ungeheuer ist nicht der gähnende Steppenwolf gemeint, hier kam mir nur wieder die gleichnamige Band aus Kalifornien in den Sinn, mit ihrem überlangen Song „Monster“, der auch aus heutiger Sicht einen recht brauchbaren Text hat. Hab' mich die letzten vier frustrierenden Jahre gelegentlich mit der amerikanischen Musik meiner Jugendzeit getröstet, Woodstock rauf und runter, Jimi Hendrix, Santana, CCR, das geniale Musical „Hair“. Die Popkultur der Achtundsechziger und frühen Siebziger hatte ja was vermeintlich Progressives. Man konnte sich die Stars and Stripes dekorativ ins Jugendzimmer hängen und gleichzeitig damit gegen den Vietnamkrieg demonstrieren. Auch potenzielle Wehrdienstverweigerer trugen die Schulbücher in US-Army-Packtaschen und liefen nato-oliv im Parka herum. Jugendliche Schwärmerei und Anti-Amerikanismus in einem, aus der Perspektive der eigenen kleinen, heilen Welt. Vielleicht dachte man, die ruppigen Rockbands werden das mit ihren markigen Ansagen von der Bühne aus schon regeln.

Rockmusik und Jazz schienen uns als die coolen Interessenvertretungen einer neuen, gerechteren Gesellschaft, ohne Chauvinismus, ohne Rassismus. Zu schön, um wirklich wahr zu sein – Miles Davis hatte für derart sentimentale Anwandlungen immer nur Sarkasmus übrig. Und dass es irgendwann mal Nazi-Bands geben würde, kam in meiner Fantasie auch nicht vor. Nach einer lange Phase des Klagens ohne zu leiden, kommt dann wohl mal das dicke Ende. Mit der nüchterne Realität haben die visionären Helden im Schallplattenregal jedenfalls nicht viel zu tun, Kunst oder Tonkunst sind eben nur eitle Parallelwelten. Trotzdem würde mich mal interessieren, welcher Soundtrack den Leuten die letzten Jahre den Geist umnebelt hat. Das Zeitalter des Wassermanns ist lange vorbei.


Good Morning Starshine!

Sei’s drum, ein Dreckskerl hat ab heute Sendepause und das darf bejubelt werden! Nach den Schockmomenten der letzten Tage und vier Jahren Trump-Terror braucht die Welt Entspannung, ohne große Worte, Gliddy glub gloopy … Lasset uns singen:


Die 68er-Hymne aus „Hair“ kriegt man so leicht nicht wieder aus dem Kopf – macht aber nix.

Gliddy glub gloopy, Nibby nabby noopy, La la la lo lo, Sabba sibby sabba, Nooby abba nabba, Le le lo lo, Tooby ooby walla, Nooby abba naba – Early morning singing song …