Written Art

Fluchtrouten 2015-2024
Wir bleiben in der Pinakothek der Moderne. Zwei Stockwerke höher stellt sich mir gleich wieder eine Frage: Ist es legitim, aus Fluchtrouten Kunst zu machen? So nach dem Motto: Alle sehen nur das Sachlich-Politisch-Kartografische, aber ich sehe die Kunst. Denkt sich das Alfredo Jaar, der Künstler des plakativen Exponats am Eingang? Ich frage aus der Erfahrung des Designers heraus, der schon einmal ein Motiv des sozialen Elends für den New-York-City-Lifestyle verwendet und dafür einen zurechtweisenden Kommentar kassiert hat.
Ich behalte alles für mich und genieße die Ruhe und Weitläufigkeit dieser heiligen Hallen. Wie eine Moritat leiert mir der Schlusssatz aus der „Feuerzangenbowle” im Kopf rauf und runter. Zum Jahresende bleibt dieser kitschige Epilog als Ohrwurm hängen: „Wahr sind nur die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden.“ – Viel ist ohnehin nicht mehr übrig.
mehr …






